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Chinesen machen Daimler Spitzenplatz streitig - Nachrichten welt_print - Wirtschaft - WELT ONLINE
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DIE WELT: 11.03.10 Drucken Versenden Bewerten

Chinesen machen Daimler Spitzenplatz streitig

Konzern bangt um die Marktführerschaft bei Nutzfahrzeugen - Eine Milliarde Euro Verlust im Jahr 2009

Von Nikolaus Doll

Stuttgart - Nach einem Milliardenverlust im vergangenen Jahr hofft Daimler darauf, dass die anziehende Nachfrage in Schwellenländern die Nutzfahrzeugsparte des Konzerns 2010 wieder in die schwarzen Zahlen treibt. "Die einzigen Märkte, in denen es stabile Wachstumsimpulse gibt, sind die üblichen Verdächtigen: Brasilien, Indien und China", sagte der Chef der Sparte Daimler Trucks, Andreas Renschler. Auch in Russland "bleiben die Perspektiven enorm".

Der Nutzfahrzeug-Chef sieht nach dem Krisenjahr 2009 eine Trendwende auf dem Lkw-Markt. "Unser Ebit-Ziel liegt konkret bei 200 Millionen Euro. Und wir wollen in allen Sparten Geld verdienen" sagte Renschler. Im Januar dieses Jahres habe der Auftragseingang 58 Prozent über dem Vorjahrsmonat gelegen, im Februar sei die Tendenz ähnlich. Zudem steuere der Konzern mit neuen Modellen, einer Wachstumsstrategie und Effizienzsteigerungen gegen die Krise.

Daimler ist der weltweit größte Hersteller von Nutzfahrzeugen und war 2009 tief in die roten Zahlen gerutscht. Nach einem Absatzeinbruch von 45 Prozent im Jahresvergleich hatte die Sparte einen Verlust von einer Milliarde Euro eingefahren. Im Vorjahr stand noch ein Vorsteuergewinn von 1,6 Mrd. Euro. Zwar ist Daimler einer der wenigen weltweit präsenten Lkw-Hersteller und konnte so in der Vergangenheit Einbrüche auf einzelnen Absatzmärkten oft auffangen. "Aber 2009 waren insbesondere auch Global Player wie wir betroffen. Denn diesmal ging es in allen Regionen bergab, und damit gab es keine Gegengewichte", sagte Renschler.

Den Rang als Nummer eins der Nutzfahrzeugbauer konnte Daimler nur knapp behaupten, vor allem die chinesischen Lkw-Hersteller FAW und Dongfeng rücken immer stärker auf. Auch der indische Hersteller Tata schließt in großen Schritten zur Spitzengruppe auf. 2008 hatte Daimler Nutzfahrzeuge einen Weltmarktanteil von 15,2 Prozent, Verfolger FAW von 7,1 Prozent. Im vergangenen Jahr kamen die Schwaben noch auf 11 Prozent, FAW auf 10,5 und Dongfeng auf 9,7 Prozent. Zwar gab es auch im chinesischen und indischen Nutzfahrzeuggeschäft in Folge der Krise Einbrüche. Doch die Märkte erholen sich im Gegensatz zu denen der USA, Europas oder Japans rasant.

Deshalb sollen die vier sogenannten BRIC-Staaten für das Nutzfahrzeug-Geschäft in den kommenden Jahren im Mittelpunkt stehen. In Brasilien will Daimler die Kapazitäten deutlich ausbauen. Die Modelle des russischen Partners, des Lkw-Herstellers Kamaz, werde man in zwei bereits gegründeten Gemeinschaftsunternehmen weiterentwickeln. Ehrgeizige Pläne hat Daimler auch für China und Indien. "In China stehen wir schon lange in den Startlöchern", sagte Renschler. Vorangekommen sind die Versuche, ein Joint Venture mit dem am schnellsten wachsenden Lkw-Hersteller der Volksrepublik, Foton, zu gründen, aber kaum. Es stehen die staatlichen Genehmigungen für ein Gemeinschaftsunternehmen aus. In Indien sollen die ersten Laster aus dem eigenen Werk in Chennai 2012 vom Band rollen, ein Jahr später als geplant. Derzeit läuft die Suche nach einem Vertriebspartner.

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Dort und auf den übrigen Märkten will Daimler auch mit neuen Modellen punkten: "Wir stehen vor der größten Produktoffensive unserer Geschichte", kündigte Renschler an. In den kommenden zwei Jahren sind rund 140 Marktanläufe für neue Fahrzeuge und Aggregate geplant. Nur für Deutschland hat der Daimler-Vorstand keine guten Nachrichten: Dort soll bis Mitte 2010 kurzgearbeitet werden. "Wie es dann weitergeht, hängt vom Auftragseingang ab", sagte Renschler.


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